Hardware

Man kann mit dem Raspberry Pi 433 MHz Signale sowohl empfangen als auch senden. Je nach Anwendungsfall gibt es dafür verschiedene Bibliotheken. Die Hardware, die benötigt wird, besteht aus einen 433MHz Empfänger und einen 433MHz Sender. Beide sind zusammmen für ein paar Euro erhältlich sind. Zusätzlich habe ich mir einen Funksender für eine Wetterstation bei PEARL bestellt. Dieser kostet ca. 4,00 € zuzüglich Versand.

433MHz Sender und Empfänger

433MHz Sender und Empfänger

Funksender Wetterstation

Funksender Wetterstation

Die Empfänger und Sender kosten als Paar nur etwa 2,00€, sind aber dementsprechend mit Vorsicht zu geniesen. Ich habe hier mehrere davon und musste feststellen, dass sie mal mehr und mal weniger funktionieren. Bei dem einen Enpfänger zeigt pilight überhaupt keine Daten an, bei dem zweiten nur einen Teil der Daten, und bei einem baugleichen dritten Empfänger alle Daten. Daher beschäftige ich mich im zweiten Teil dieses Artikel mit alternativen Empfängern und Sendern.

Schaltplan

Schaltplan

Schaltplan

Software

Bei der Auswahl der Software kommt es darauf an, welche Aufgaben man lösen will. Für das Schalten von Funksteckdosen reicht die Bibliothek 433Utils von Ninjablocks. Das Schalten von Funksteckdosen habe ich in diesem Beitrag beschrieben.

Für das Auslesen von z.B. Temperatursensoren von einer Wetterstation ist die Bibliothek von ninjablocks nicht geeignet. Die Empfängersoftware kann diese Signale nicht auszulesen. Hierfür kann man die Software pilight benutzen. Pilght ist eine freie Hausautomationssoftware die aktuell ca. 60 Geräte unterstützt. Unter anderem auch den hier eingesetzen Funksender vom PEARL. Mancher könnte sagen, dass pilight etwas „overdressed“ ist, da es eine komplette Hausautomationssoftware ist. Aber die Sotware hat den Vorteil, dass sie die Signale des Funksenders gleich richtig als Temperatur darstellt. Ansonsten müsste man die übertragenen Signale selbst decodieren und in die entsprechende Temperatur umrechnen.

Pilight installieren

Für die Installation von pilight fügt man das pilight Repository zu den Quellen des Raspberry Pi hinzu.Hierfür wird die Datei /etc/apt/soueces.list editiert und folgende Zeile hinzugefügt.

Um das neue Repository verwenden zu können muss noch der Schlüssel heruntergeladen und geprüft werden. Danach wird ein Update des Pi gemacht.

Pilight mit folgendem Befehl installieren.

 

Konfiguration

Nach Abschluß der Installation wird die Datei /etc/pilight/config.json bearbeitet. Fügen Sie im  Bereich Hardware den 433 MHz Sender und Empfänger hinzu. In manchen Artikeln wird empfohlen den http Port auf 80 zu ändern. Das kann man machen, wenn nicht schon eine Apache Webserver auf dem Pi läuft. Ansonsten kommt es zu Konflikten. Die Datei sollte nicht bearbeitet werden, wenn der pilight Server läuft, da dieser beim Beenden die Datei überschreibt. Da kann man graue Haar bekommen, bevor man einen Fehler findet.

ersetzen mit

Weiterhin sind folgende Veränderungen in der config.json notwendig.

ändern in

ändern in

Die Änderung von stanalone von 1 auf 0 habe ich nicht wirklich begriffen, da er ja als nach meiner Logik als standalone ausgeführt werden soll. Fakt ist aber, dass wenn er als standalone 1 ausgeführt wird es zu folgender Fehlermeldung kommt, wenn man den Befehl pilight-receive ausführt:

no pilight ssdp connections found

Eventuell hat sich das der Programmierer mit 0 und 1 vertan. Bei der von mir eingesetzen Version 8.1.3. ist das jedenfalls der Fall.

Pilight starten

Zu ersten Test von pilight geben sie folgenden Befehl ein und prüfen sie die Ausgabe auf Fehlermeldungen

Sollten keine Fehlermeldungen erscheinen können Sie in einem zweiten Shell Fenster den Befehl sudo pilight-receive eingeben. Nach einiger Zeit sollten Ergebnisse in folgender Form erscheinen.

 

Da eine Reihe von 433MHz Sender im Haus vorhanden sein können, müssen Sie in der Ausgabe den richtigen Sender herausfiltern. In diesem Fall ist es der alecto_wa1700 mit einer Temperatur von 18.1 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 21,0 %. Den Temperatursensor muss man nach einem Neustart von pilight eventuell ebenfalls neu starten (Batterie raus – Batterie rein). Ohne einen neustart wurden mir jedenfalls keine Werte angezeigt.

Wenn alles fuktioniert kann man noch den pilight Service so einstellen, dass er automatisch beim Hochfahren des Raspberry Pi gestartet wird.

Wie man die Daten weiter verarbeiten kann, habe ich im zweiten Teil dieses Artikel beschrieben.